Sheila

Rasse: American Stafford Mix
Name: Sheila
Geschlecht: Hündin
Gechipt: ja
Geimpft: ja
Kastriert: ja
Geb: 2015

Fragebogen für Interessenten

UPDATE: 26.06.2022

 

Sheila ist mittlerweile seit etwas über drei Monaten bei uns. Alle Operationen hat sie gut überstanden.

Nun suchen wir für Sheila einen Einzelplatz / Endpflegestelle.

 

Sie ist zu Menschen absolut lieb und toll. Sie bleibt ohne Probleme einige Stunden alleine ohne etwas zu zerstören. Auch sonst verhält sie sich im Haus entspannt und ruhig.
Auch das Autofahren macht sie sehr gerne und sie genießt es, bei ihren Menschen zu sein.

 

Sie fährt gerade beim Spielen ziemlich schnell hoch, deswegen sollte dies auch nur kontrolliert ablaufen. Aufgrund ihres Zahnzustands daf sie nichts Festes zum Kauen oder Beißen bekommen.
Gegenüber ihren Menschen zeigt sie keinerlei Ressourcenverhalten. Sie lässt sich ihr Futter problemlos abnehmen und auch das Spielzeug gibt sie mit einem klaren „Aus“ ab.
Sheila braucht definitiv Menschen mit Rasseerfahrung, die sie zu händeln wissen und ihr eine klare Struktur geben.
Sheila zeigt eine Leinenagression gegenüber Artgenossen, gerade bei Frontalbegegnungen, hieran wird aktuell gearbeitet.

 

Unter Einhaltung ihrer Individualdistanz und kurzem Kennenlernen ist es aber möglich, gemeinsam mit Artgenossen Gassi zu gehen.
An der Leinenführigkeit wird ebenfalls aktuell gearbeitet. Sie hat Jagdtrieb und reagiert auf Bewegungsreize. Auch daran muss weiter gearbeitet werden.

 

Alle Knoten wurden entfernt und eingeschickt. Im Anschluss wurden alle Organe nochmals geschallt, mit der Diagnose „unauffällig“.
Hier die Diagnose der OP:

Pathologisch-anatomischer Befund/Makroskopie.
Eingesandt wurden folgende Proben:
1. UV Kopf: 6x4x3 mm, mit behaarter Haut bedeckt, mit Umfangsvermehrung, längs halbiert
2. UV Rücken/Kruppe: 7x6x6 mm, mit behaarter Haut bedeckt, mit exophytischer Umfangsvermehrung, 1
Querschnitt
3. UV Mamma: 12x12x10 mm, mit behaarter Haut bedeckt, mit Neubildung, halbiert
4. UV Leiste links: 10x8x5 mm, mit behaarter Haut bedeckt, mit Umfangsvermehrung, 1 Querschnitt
Pathologisch-histologischer Befund/Mikroskopie.
1. Histologisch zeigt sich eine follikuläre Zyste, die von einem hyperplastischen verhornenden Plattenepithel
ausgekleidet wird, zentral mit Hornmassen angefüllt ist. Hinweise auf neoplastisches, insbesondere auf
malignes Wachstum finden sich nicht.
2. Hier zeigt sich ein fibroepithelialer Polyp/ein Fibropapillom mit einem hyperkeratotischen, ggr.
hyperplastischen, deutlich pigmentierten Epithel, darunterliegend einer Zubildung eines gut differenzierten
kollagenen Bindegewebes. Die Veränderung wächst exophytisch. Hinweise auf malignes Wachstum finden
sich nicht.
3. Hier zeigt sich eine multinouläre Proliferation von meist tubulär und einschichtig angeordneten
Drüsenepithelzellen mit herdförmig ggr. papilliformer Proliferation, wobei die Zellkerne im Wesentlichen
unimorph sind, lediglich herdförmig ggr. pleomorphe Zellproliferationen auffallen. Daneben proliferiert deutlich
Myoepithel. In Randbereichen wird ein kollagenes Bindegewebe zugebildet, welches ggr. von Tumorzellen
infiltriert wird. Hier kann beginnende Malignität nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, insgesamt ist die
Neoplasie jedoch noch relativ gut differenziert, zeigt ansonsten keine eindeutigen Malignitätskriterien.
Weiterhin besteht eine Begleitentzündung.
4. In dieser Probe zeigt sich ein Mastzelltumor, wobei in der Dermis eine Infiltration mit noch relativ gut
differenzierten Mastzellen vorhanden ist, die nur ggr. vergrößerte Kerne aufweisen. (Grad 1 (nach Patnaik et
al., 1984); low-grade (nach Kiupel et al., 2011)). Die Neoplasie bleibt auf die Dermis beschränkt. Herdförmig
finden sich Blutungen, ggr. auch eosinophile Granulozyten. Die in der Tiefe vorhandene quergestreifte
Muskulatur wird sehr deutlich nicht infiltriert.
Diagnose.
1. follikuläre Zyste
2. Fibropapillom/fibroepithelialer Polyp
3. komplexes Adenom
4. Mastzelltumor

Exzisionsränder zu 1 und 2
Die Veränderungen erscheinen vollständig entnommen.
Exzisionsränder zu 3 und 4
Die Neubildungen erscheinen vollständig entnommen.
Epikrise.
Der Mammatumor ist zwar im Wesentlichen noch relativ gut differenziert, lediglich herdförmig ist beginnende
Malignität nicht mit Sicherheit auszuschließen, wobei diese wenn, dann nur als ggr. eingeschätzt wird.
Die Chirurgie war Mittel der Wahl. Eine Nachkontrolle sollte sicherheitshalber erfolgen.
Mastzelltumoren sind als potenziell maligne anzusehen. Im vorliegenden Fall ist die Neoplasie noch gut
differenziert, was ein prognostisch günstiges Kriterium sein kann. Grundsätzlich können jedoch
Mastzelltumoren primär multipel auftreten, rezidivieren, teils auch metastasieren. Bei Interesse kann zur
weiteren präzisierenden Einschätzung der Prognose eine immunhistologische Charakterisierung der
Tumorzellen hinsichtlich des c-Kit-Expressionsmusters und der Ki-67 Antigen-Expression eingeleitet werden.
Die Chirurgie war Mittel der Wahl. Eine intensive Verlaufsuntersuchung wird aufgrund der Malignität im
Operationsbereich sowie in den tributären Lymphknoten empfohlen.
In den beiden anderen Lokalisationen finden sich keine Hinweise auf Malignität/eine Neoplasie. Die Chirurgie
war Mittel der Wahl. Eine Nachkontrolle sollte sicherheitshalber erfolgen. .

Wir suchen für die Maus Menschen, die ihr noch ein schönes Leben schenken möchten. Gerne auch eine Endpflegestelle, es muss jedoch eine Einzelstelle sein. Sheila duldet in ihrem Zuhause keine Artgenossen oder andere Kleintiere. Kinder sollten Ü14 sein.

Über eine Patenschaft würde sich Sheila sehr freuen.

UPDATE: 19.05.2022

 

Sheila hat ihre Zahn-OP gut überstanden und erholt sich 🤍

Folgende Behandlung wurde bei Sheila erfolgreich durchgeführt:
-Dentalröntgen
-Zahnsteinentfernung/-prophylaxe mit Ultraschall inkl. Politur, professionelle Zahnreinigung
-Zahnwurzelresektion mehrwurzliger Zahn- P4 OK links
-Zahnwurzelresektion – einwurzeliger Zahn- Caninus OK rechts und Caninus UK links
-Zahnextraktion M1 OK links und chir. Entfernung Wurzelreste M1 OK rechts
-Zahnextraktion P1 UK bds. und P1 OK links und I1 UK bds.

 

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Auf Sheila wurden wir vor ein paar Wochen von einem Vereinsmitglied aufmerksam gemacht.

Es hieß:

„Beschlagnahmte, ca. 7 Jahre alte Hündin sitzt schon länger in einer Pension in RLP und sieht nicht gut aus.“

Wir setzten alle Hebel in Bewegung und schauten uns die Hündin an. Wir trauten unseren Augen kaum und setzten uns sofort mit der Behörde in Verbindung. Nach kurzer Zeit konnten wir die Maus auf eine Pflegestelle setzen.

Dort angekommen wurde das ganze Ausmaß erst sichtbar.

Sheila hatte kaum Fell um die Schnauze sowie Kopfbereich, rote Augen, einen offener Nasenrücken, Knoten am Rücken und in der Gesäugeleiste.

Doch das war nicht genug, nach einem Blick ins Maul kam der Schock. Alle Zähne bis auf die Wurzel herunter „gekaut“, keine Zahnspitzen mehr vorhanden.

Sie muss große Schmerzen haben. Woher genau dieser Zustand kommt, wissen wir nicht.

Wir wissen eigentlich gar nichts über die Hündin. Aber eins wissen wir, sie braucht dringend Hilfe!

Sheila ist vor vier Wochen bei uns eingezogen, der Tierartztbesuch beim Zahnspezialisten war direkt eine Woche später mit folgendem Befund:

 

Befunde: Bei der Erstuntersuchung am 30.03.2022 fiel ein Abrasionsgebiss auf.

Besonders deutlich abradiert stellt sich der Fangzahn (Caninus) im Unterkiefer links dar.

Außerdem wurde eine Umfangsvermehrung auf dem Rücken und eine Umfangsvermehrung im caudalen linken Mammakomplex des Gesäuges festgestellt.

Darüber hinaus zeigt die Hündin mehrere Hautveränderungen, unter anderem im Genitalbereich (Krusten und Pickel neben der Vulva) und an Kopf und Ohren (haarlose Stellen).

Außerem besteht ein nasaler Stridor, der auf eine Verengung der oberen Atemwege hinweist.

Empfohlene Behandlung:

Wir empfehlen eine digitale intraorale Röntgendiagnostik des Gebisses in Narkose. Im Falle von eröffneten Zahnkanälen oder einer Pulpitis/Pulpanekrose sind weitere Behandlungsschritte angeraten.

Im Zuge der Narkose sollten die beiden Umfangsvermehrungen am Rücken und am Gesäuge chirurgisch entfernt und zur pathohistologischen

Gewebsuntersuchung eingesendet werden.

Je nach klinischem Bild können Hautbiopsien über die Ursache der Hautveränderungen Aufschluss geben.

Zur Narkoserisikoeinschätzung erfolgte bereits eine Blutuntersuchung bei uns im Hause (siehe Anhang). Darüber hinaus ist eine

Röntgenuntersuchung des Brustkorbes sowie gegebenenfalls eine

Herzabklärung mittels Herzultraschall angeraten.

 

Ebenfalls wurde bereits ein großes Blutbild gemacht, welches glücklicherweise völlig in Ordnung ist.

Gestern kam endlich die behördliche Freigabe von Sheila, sodass wir nun mit den OPs starten können.

Die Zahnsanierung wird noch von der Behörde übernommen, was aber noch alles auf uns zukommt, können wir zum jetztigen Zeitpunkt nicht abschätzen. Am 09.05.2022 wird mit der Zahn-OP gestartet.

Erstaunlicherweise können wir aber nach gerade einmal vier Wochen bei der Maus definitiv eine extreme Veränderung der Haut nur durch hochwertiges Futter und Zusätze feststellen. Aber unser Herz schlägt auch schneller, da sich der „Blick“ bereits so toll verändert hat ♥

Trotz ihres Zustandes ist die Maus top fit. Menschen gegenüber zeigt Sheila sich absolut nett, sie hat das Vertrauen Gott sei Dank nicht verloren. Sie genießt die Kuschelzeiten mit ihren Pflegeeltern. Artgenossen gegenüber zeigt sie wenig Interesse.

Sie kann einige Stunden alleine bleiben, verhält sich in der Wohnung ruhig und fährt problemlos im Auto mit.

Beim Spaziergang zeigte sich relativ schnell, dass sie scheinbar draußen nichts kennengelernt hat. Autos, Hunde, Vögel… Erstmal ist alles ziemlich aufregend.

Jagdtrieb kam zum Vorschein, Hundebegegnungen waren nicht ganz einfach und auch die Leinenführigkeit war nicht gegeben.

Das alles wird aktuell aber bereits mit einer Trainerin geübt und auch die ersten Fortschritte sind jetzt schon sichtbar.

Sobald die Maus ihre OPs überstanden hat, werden wir weiter berichten.

Jetzt geht es aber erst einmal mit den Pflegeeltern eine Woche ans Meer, in den Urlaub ♥

Die ersten Bilder zeigen Sheila wie wir sie übernahmen, die letzten Bilder so wie sie nach nur vier Wochen ausschaut.